Umbau Psychiatrische Klinik
St. Urban
In der denkmalgeschützten Anlage des ehemaligen Klosters St. Urban manifestiert sich der Umgang mit historischer Substanz in besonderer Klarheit. Der Umbau der beiden barocken Treppenhäuser erfolgte nicht als Rekonstruktion im engeren Sinn, sondern als präzise Rückführung in eine frühere architektonische Ordnung – mit Respekt vor Material, Raumwirkung und handwerklicher Qualität.
Über Jahrzehnte hinweg waren die Treppenhäuser durch funktionale Überformungen und technische Ergänzungen verändert worden. Ziel der aktuellen Massnahme war es, die gestalterisch und räumlich bedeutenden Elemente wieder sichtbar zu machen. Auf Grundlage bauhistorischer Analysen, Material- und Farbbefunde wurden die Putzstrukturen, Farbgebungen und Stuckaturen freigelegt, ergänzt und in ihren ursprünglichen Ausdruck zurückgeführt. Die restauratorische Haltung verzichtet dabei auf dekorative Überhöhung – im Vordergrund steht die Würde des Raumes, seine Proportion und sein Licht.
Zeitgenössische Anforderungen an Brandschutz, Statik und Haustechnik wurden behutsam integriert. Technische Einbauten, im barocken Raum ursprünglich nicht vorhanden, wurden so in die Architektur eingebettet, dass sie als stille Ergänzungen funktionieren – sichtbar, aber nicht dominant. Der Eingriff zeigt exemplarisch, wie sich gestalterische Disziplin, denkmalpflegerische Sensibilität und heutige Nutzungsanforderungen in ein überzeugendes Ganzes überführen lassen.