An- und Umbau MFH Bodenhofterrasse
Luzern
Mitten im Luzerner Stadtgefüge erfährt ein in die Jahre gekommenes Mehrfamilienhaus eine behutsame Transformation. Der Eingriff zielt nicht auf radikale Veränderung, sondern auf eine respektvolle Weiterentwicklung, die Bestand und Gegenwart in ein neues Gleichgewicht bringt.
Das Gebäude an der Bodenhof-Terrasse, seit seiner Erstellung weitgehend unverändert, entspricht in seiner Substanz und Ausstattung nicht mehr den heutigen Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und Raumangebot. Dennoch besitzt es eine robuste Grundstruktur, die sich für eine zeitgemässe Neuinterpretation anbietet. Anstelle eines Totalabbruchs wurde ein Konzept entwickelt, das auf Substanzerhalt, gezielte Erweiterung und eine feinsinnige architektonische Haltung setzt.
Der Anbau in massiver Bauweise ergänzt das bestehende Volumen funktional und strukturell, ohne dessen Eigenständigkeit infrage zu stellen. Durch gezielte Anhebungen des Daches, strukturierende Eingriffe im Inneren und eine Erneuerung der technischen Infrastruktur wird das Gebäude auf den Stand heutiger Standards gebracht. Dabei bleiben die tragenden Elemente weitgehend unangetastet – neue Öffnungen, Raumabfolgen und Materialien fügen sich in die Logik des Bestands ein, ohne ihn zu überformen.
Das neue Dachgeschoss wird durch eine leichte Anhebung und gezielte Dämmmassnahmen für Wohnzwecke erschlossen. Die Sanierung der Gebäudehülle erfolgt mit mineralischen Dämmstoffen, die sowohl energetischen als auch denkmalpflegerischen Anforderungen gerecht werden. Die Erscheinung bleibt dabei zurückhaltend: Lochfassade, Proportion und Rhythmus orientieren sich am Bestand, während Details wie die vorgehängten Faserzementplatten des Anbaus eine eigenständige Lesbarkeit des Neuen ermöglichen.
Auch im Aussenraum folgt die Massnahme der Logik des Vorgefundenen: Terrainabtreppungen mit Trockensteinmauern, Fortführung der bestehenden Natursteinfassungen und punktuelle Neugestaltungen definieren die Schnittstelle zwischen Architektur und Umgebung neu, ohne die Topografie künstlich zu überformen.
Die Sanierung an der Bodenhof-Terrasse steht exemplarisch für einen Umgang mit dem Bestand, der weder museal konserviert noch tabula rasa macht – sondern Potenziale erkennt, Stärken weiterdenkt und das Alte in neuer Form zur Geltung bringt.