MFH Schweizer Hohenrainstrasse

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MFH Schweizer Hohenrainstrasse
Hochdorf

Am Übergang zwischen Dorfstruktur und Landwirtschaftszone entwickelt das Projekt MFH peracta eine dichte, aber präzise gesetzte Bebauung. Der Entwurf reagiert auf das topografische Gefälle, die kleinteilige Nachbarschaft und die Anforderungen eines nachhaltigen Bauens mit einem ruhigen, kompakten Volumen. So entsteht ein Baukörper, der sich zurücknimmt – und dennoch Haltung zeigt.

Die Parzelle am Rand der Wohnzone von Hochdorf stellt mit ihrer Lage zwischen Quartierstrasse, Dorfzentrum und angrenzender Landwirtschaftsfläche ein hybrides Gefüge dar. Die baurechtlichen Vorgaben definieren eine maximale Ausnutzung von 0.26, die programmatisch mit einem Wohnungsmix von 2.5- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen gefüllt werden soll. Der Entwurf reagiert auf diese Vorgaben mit einem Volumen, das sich topografisch einbettet und gleichzeitig klare städtebauliche Kanten formuliert. Die Setzung folgt der Idee des kompakten Bauens, verzichtet aber nicht auf die architektonische Artikulation durch gezielte Einschnitte, Versätze und räumliche Additionen.

Die gestalterische Zurückhaltung ist bewusst gewählt. Der Ausdruck des Gebäudes ergibt sich nicht aus dekorativen Elementen, sondern aus der Logik seiner Konstruktion: Ein einfacher Körper, ergänzt durch präzise gesetzte Aussenräume, die dem Volumen Tiefe und Adressierung verleihen. Balkone, Vorzonen und Einschnitte erweitern die Grundfigur und stärken zugleich die Beziehung zwischen Innen und Aussen.

In funktionaler Hinsicht ist das Gebäude konsequent durchdacht: Die Grundrisse bieten eine hohe Nutzungsflexibilität und ermöglichen differenzierte Wohnsituationen. Der Fokus liegt auf optimaler Belichtung, sinnvoller Erschliessung und einem ökonomischen Flächenverbrauch. Die unterirdische Parkierung hält den Aussenraum frei für gemeinschaftliche Nutzung und Durchgrünung – eine Voraussetzung für hohe Aufenthaltsqualität trotz dichter Setzung.

Besonderes Augenmerk gilt dem konstruktiven Aufbau. Der Entwurf folgt einem Einschichtenprinzip, bei dem die Aussenwand sämtliche Funktionen – Statik, Dämmung, Witterungsschutz – in einer Ebene vereint. Dieses Prinzip führt zu klaren konstruktiven Regeln, reduzierten Unterhaltskosten und einer langlebigen, robusten Aussenhülle. Die eingesetzten Materialien sind entsprechend gewählt: lokal, dauerhaft und im Ausdruck zurückhaltend. Die Architektur vermeidet den Anschein technischer Überformung – sie wirkt selbstverständlich, funktional und dauerhaft.

Das Projekt MFH peracta zeigt, wie sich eine ökonomische und ökologische Haltung in architektonische Form übersetzen lässt – ohne Verzicht auf räumliche Qualität, Differenzierung und Kontextbezug.