Wohnüberbauung Ligschwil
Ligschwil
Am Übergang zwischen Siedlung und Landschaft reagiert die Wohnüberbauung Ronweid auf die Spannung zwischen Nutzungsdichte und landschaftlicher Offenheit. Das Projekt überträgt typische Setzungsmuster ländlicher Weiler in eine zeitgenössische Architektursprache und verankert sich damit präzise im Kontext von Ligschwil.
Das Grundstück liegt am Rand der Bauzone und ist auf drei Seiten von unbebauter Landschaft umgeben. Während sich westlich die Arbeits- und Wohnzone mit ihren funktional geprägten Nutzungen anschliesst, markiert die Überbauung Ronweid einen bewussten Übergang: Sie vermittelt zwischen heterogenen Nachbarschaften, landschaftlicher Weite und städtebaulichem Anspruch. Die geforderte Dichte – auch durch die Integration zusätzlicher Gewerbebauten – wird nicht kaschiert, sondern in ein Bebauungsmuster überführt, das sich an den grossvolumigen Strukturen landwirtschaftlicher Weiler orientiert. Stallungen, Scheunen und Remisen dienen als Referenz für die volumetrische Komposition, die sich in Proportion und Stellung eigenständig weiterentwickelt.
Die Baukörper sind wechselseitig zueinander versetzt und folgen einer orthogonalen Logik, die einerseits funktionale Abläufe organisiert und andererseits differenzierte Freiräume erzeugt. Trotz hoher Verdichtung entstehen durch die Staffelung der Volumen und deren differenzierte Ausrichtung überraschend private, gut belichtete Aussenbereiche. Zwei zentrale Hofräume – die südlich gelegene Ronmatt und der nördliche Ronhof – strukturieren das Innere der Anlage. Eine verbindende Gasse mit architektonisch inszenierten Brückenräumen verknüpft die beiden Höfe, die jeweils eigenständige atmosphärische Qualitäten entfalten. Die Typologie des Weilers wird so in ein städtebauliches Gefüge überführt, das Offenheit, Dichte und Gemeinschaft räumlich in Beziehung setzt.
Die Orientierung der Wohnungen folgt konsequent den Gegebenheiten von Ausblick und Sonneneinstrahlung. Grosse Öffnungen, präzise gesetzte Übergänge zwischen Innen und Aussen sowie durchdachte Erschliessungen sorgen für eine hohe Wohnqualität. Die Anlage bleibt in alle Richtungen durchlässig: Ausblicke in die Landschaft werden ebenso zugelassen wie Einblicke von den Erschliessungsräumen – ein Ausdruck architektonischer Offenheit, die auf Kontrolle verzichtet und dennoch klare Raumgrenzen formuliert.
Mit der Wohnüberbauung Ronweid entsteht eine Siedlung, die sich nicht über formale Eigenheiten definiert, sondern über ihre Haltung zur Umgebung, ihre innere Logik und die Fähigkeit, städtebauliche Dichte in räumliche Qualität zu übersetzen.